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Blauer Panther

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Interview: Soma Pysall

Die Authentische

Schauspielerin Soma Pysall über ihre Rolle in der Serie „Para – Wir sind King“

Soma Pysall als Hajra in „Para – Wir sind King“ (c) 2021 Turner Broadcasting System Europe Limited - a WarnerMedia Company W&B Television GmbH

Die Serie „Para – Wir sind King“ von Hanno Hackfort, Bob Konrad und Richard Kropf handelt von vier jungen Frauen, die im Berliner Stadtteil Wedding mit dem Erwachsenwerden beschäftigt sind und große Träume haben. Doch nicht nur ein zufälliger Drogenfund beginnt ihre Freundschaft auf die Probe zu stellen. Als Protagonistin Hajra wurde Soma Pysall bereits für den Deutschen Fernsehpreis nominiert und mit dem New Faces Award ausgezeichnet, nun ist sie auch Anwärterin auf den Blauen Panther.

Frau Pysall, wie war Ihre erste Reaktion, als Sie die Drehbücher zu „Para – Wir sind King“ lasen?

Soma Pysall: Erst einmal war ich direkt begeistert, ein Buch vorgelegt zu bekommen, in dem mein Rollenprofil nichts mit „die Freundin von“ zu tun hatte und ich auch keine Asylbewerberin spielen sollte. Die vier weiblichen Figuren im Zentrum der Geschichte waren wirklich stark geschrieben, und abgesehen davon hat es mir schlichtweg Spaß gemacht, das Drehbuch zu lesen. Es fiel mir sehr leicht, in die Welt von Hajra und den Mädels einzutauchen. Das ist für mich immer ein gutes Zeichen beim Sichten eines Drehbuchs.

Was reizte Sie an der Rolle der Hajra aus schauspielerischer Sicht besonders?

Pysall: Ich bin grundsätzlich auf der Suche nach Rollen mit einer Figurenkomplexität, wie ich sie bei Hajra gefunden habe. Es geht mir um einen ambivalenten Charakter, wie man ihn nun einmal bei fast jedem Menschen findet. Vornan die schützende Persona, dahinter die Bedürfnisse und dann noch, ganz tief vergraben, die Ängste, die man mit sich herumträgt. Hajra war in dieser Hinsicht eine wundervolle Herausforderung.

Authentisch Berlinerisch: der Freundeskreis um Hajra (Soma Pysall) in „Para – Wir sind King“(c)2021 Turner Broadcasting System Europe Limited - a WarnerMedia Company / W&B Television GmbH/ Pascal Bünning

Die Jury betont die Authentizität, die Sie der Figur verleihen, und dass Hajra wie eine reale Person statt wie eine Drehbucherfindung wirkt. Wie viel Soma Pysall steckt in der Rolle und auf welche Weise konnten Sie sie auch jenseits des Skripts formen? 

Pysall: Das ist für meine Arbeit das größte Lob, dass ich mir für dieses Projekt vorstellen kann. Ich habe versucht, eine Grundlage für die Figur zu erarbeiten, die mich sie so weit verstehen lässt, dass ich auch in unvorhersehbaren Situationen aus Hajra heraus agieren konnte. Ich denke, dass gerade das die authentischen Momente sind. Was ich persönlich als Schauspielerin mitbringe, sind Lebenserfahrung mit Emotionen, die in die Arbeit einfließen. Und natürlich teilen sich Hajra und ich meinen Körper.

Sie leben selbst in Berlin-Wedding: Wie realistisch ist eigentlich die Welt, die die Serie zeigt?

Pysall: Wer sich mal in den Wedding verirrt, wird – glaube ich – dort viel von der Atmosphäre aus der Serie wiedererkennen. Der Wedding ist ein pulsierender Bezirk aus verschiedenen Kulturen, in dem viel auf den Straßen stattfindet. Man hört unterschiedliche Sprachen, nimmt bunte Gerüche wahr, und es laufen einem auch ganz ähnliche Gruppen junger Mädels wie Jazz, Fanta, Rasaq und Hajra über den Weg.

Soma Pysall ist für den Blauen Panther 2022 nominiert (c) Alexander Bähnk

Die zweite Staffel von „Para – Wir sind King“ kommt – erfreulicherweise. Was können wir erwarten?

Pysall: Ich persönlich finde es eigentlich immer am schönsten, gar nicht viel vorwegzunehmen oder sich zu stark vorab zu informieren. In Hajras Worten: wird fett! Gönnt euch mal, ohne viel Gelaber vorher.

Den New Faces Award haben Sie schon gewonnen, nun sind Sie für den Blauen Panther nominiert. Was bedeuten Ihnen solche Preise und was können sie bewirken?

Pysall: Beim New Faces Award ausgezeichnet zu werden, war insofern eine schöne Erfahrung, als dass man branchenintern für die eigene Arbeit an einer Figur gesehen und gewürdigt wurde. Vor allem freut es mich aber, dass durch solche Auszeichnungen und Nominierungen Licht auf dieses besondere Projekt geworfen wird. Und eben auf die Geschichten, die es durch diese vier Mädels zu erzählen hat. „Besonders“ beziehe ich dabei übrigens nicht nur auf unser Endprodukt, sondern gleichermaßen auf die Art und Weise, wie wir als Team und Crew zusammengearbeitet haben. Das war alles andere als gewöhnlich.